09/04/2019

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"131 Beiträge aus 23 Ländern": Das war die 10. Lesung seit Gründung der NeuLand-Zeitung

31.05.2019

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Mensch, wach auf!

Mensch wach auf, nimm das Handy weg vor deinen Augen und nimm die Kopfhörer aus deinen Ohren! Mach diese Wand um dich herum kaputt, die oft aus Lügen besteht! Schau genauer, schau was mit dir und deinen Mitmenschen passiert und wovon du nichts weißt! Heutzutage, wenn man in die Bahn einsteigt, sieht man häufig, dass die meisten Menschen mit ihren Handys beschäftigt sind. Bei Unfällen wird immer öfter fotografiert. Anstatt Hilfe zu leisten, oder wenn jemand hilft, werden lauter Bilder davon gemacht und dann im Internet gepostet. Mir scheint, dass, seitdem es das Internet gibt, die Jugendlichen sich kaum mehr für die Welt und die Gesellschaft interessieren. Ich glaube, das Wichtigste im Leben vieler ist, viele „Follower“ und „Likes“ zu haben. Und natürlich dürfen die teuren Klamotten nicht fehlen. Außerdem ist vielen auch nicht bewusst, dass für unser Handeln hier unglaublich viele Menschen in armen Länder ausgenutzt, schlecht behandelt und finanziell ausgebeutet werden – und das für ihre sehr anstrengende Arbeit. Das alles, was wir um uns herum haben, hat viele von uns blind gemacht. Wir sehen nicht mehr, was in dieser Welt vor unseren Augen passiert. Ich befürchte, viele lassen sich von manchen Medien beeinflussen und belügen. Ich glaube, weniger junge Menschen interessieren sich für die Welt und sogar nicht einmal für ihr eigenes Land. Mir scheint, manche Frauen wollen keine Kinder mehr bekommen, weil ihr Aussehen ihnen wichtiger ist und Männer haben Angst, eine feste Beziehung aufzubauen, weil sie nämlich Angst haben, dass sie ihre Internetfreundinnen verlieren werden. Eine Lösung für dieses Problem wäre, dass in Schulen die richtige Nutzung des Internets verstärkt unterrichtet werden würde, weil viele von uns nicht mal wissen, wie man es benutzt bzw. wie man altersgerecht damit umgeht. Mit dem Internet kann man aber auch viele positive Sachen bewirken und es kann auch eine große Bereicherung sein – wenn man nur weiß, wie. Außer Zeitvertreib kann man auch Hilfsaktionen organisieren oder unterstützen, recherchieren für die Weiterbildung oder Nachrichten lesen, was in anderen Ländern der neueste Stand ist. Die Kinder verbringen aktuell – für meinen Geschmack – zu viel Zeit am PC und spielen Computerspiele. Manche sehr kleine Kinder haben sogar schon ein iPad. Ich komme aus dwer Armut. Bei uns gab es damals kein Internet, doch wir waren total glücklich. Wir hatten ein schöneres Leben, glaube ich. Für uns war die Familie das Wichtigste. Der einzige Stress war, dass wir pünktlich zum Abendessen erscheinen mussten. Und es ging uns allen gut. Am Abend zusammen zu essen war das Beste und Mama machte das leckerste Essen. Wir haben uns miteinander unterhalten. Am Wochenende wurde die Familie besucht, wir spielten mit Cousin und Cousine, das Leben war einfach wunderbar. Es ist sehr schade, dass es so etwas hier nur noch selten gibt. Wir haben genug Zeit – doch wissen wir oft nicht, wie wir sie sinnvoll nutzen sollen. Marken-Klamotten, schickes Essen und Abonnenten spielten in meiner Kindheit keine Rolle, es gab nie Stress wegen mehr „Likes“. Wenn wir in den Bus einstiegen, haben wir uns alle zusammen unterhalten über irgendwelche Themen. Es gab viele Probleme, aber wir waren glücklich. Um 20 Uhr mussten alle leise sein, weil unser Vater Nachrichten sehen wollte. Für ihn war das sehr wichtig. Ich wünsche mir einfach, dass viele Menschen aufwachen, damit es nicht noch schlimmer wird. Wir brauchen ein Leben mit mehr Liebe!

 

 

Autor: Mohammad Ali Mosavi, Afghanistan

Illustration: Antje Krüger

 

 

 

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